Julian Stahnke

23 Jahre/FH Potsdam/Interfacedesign


vor dem Abendbrot
am Freitag, 31. März 2006

Auf nach Mainz – in Mainz

Geschrieben in Bremen
2 Kommentar

Gestern habe ich erzählt, wie ich nach Mainz hinkam. Nun geht’s in Mainz weiter – einer Stadt, die oft überschätzt wird. Mir wurde ja vorher gesagt, dass Mainz ganz toll sei, schön und dergleichen. Mainz mag auf gar keinen Fall die hässlichste Stadt Deutschlands sein. So toll ist es aber auch wieder nicht.

Der Hauptbahnhof

Das fing alles mit dem Mainzer Hauptbahnhof an, der fast pünktlich vom Zug erreicht wurde. Der in Bremen ist viel schöner. Vor allem auch logischer. Nachdem ich meinen Weg hinaus gefunden hatte, wollte ich dann erstmal feststellen, wo überhaupt das »Bäumlerhaus« zu finden sei. Auf der Karte war nur ein »Medienhaus« eingezeichnet; dies allerdings unter der selben Anschrift. Ich habe dann eins und eins zusammen gezählt und einfach mal geraten, dass dort wohl mein Ziel sei.

Nun sieht der Weg auf der von mir verlinkten Karte ja sehr simpel aus. Und ich muss zugeben; eigentlich ist er das auch. Nur wenn man Julian Stahnke heißt und über den Orientierungssinn eines orientierungslosen Ochsen ohne Orientierungssinn verfügt, dann läuft man selbst auf einem so simplen Weg mindestens ein Mal in die falsche Richtung. So geschah es mir dann auch. Ich kam zwar an, das jedoch auf dem deutlich längeren der beiden möglichen Wege. (Auf der Karte: oben um den Bahnhof herum anstatt unten.)

Dazu trug aber auch bei, dass der Bahnhof auf mich nicht so logisch durchdacht wirkte, wie hier aus Bremen gewohnt. Soll heißen, man kann nicht durchgehen. Also, man kann schon, aber irgendwie nicht richtig. Nur links raus und dann unter einer Hochstraße lang, bis man dann doch irgendwie durch ist. Ganz komisch.

Auf der Suche

Vom Bäumer-/Medienhaus möchte ich jetzt lieber nicht anfangen. Nur erwähnen, dass Beschriftung nicht die Welt kosten und Besuchern vieles erleichtern wurde.

Mir ist an den FHs, die ich bisher besucht habe (Bremen und Mainz), generell aufgefallen, dass Ordnung anscheinend keine sehr große Priorität hat. Organisatorisch gibt es da noch einige Defizite. Wenn auf der Internetseite steht »Studienberatung – dann und dann – Bäumlerhaus«, das ganze dann im Medienhaus in der ersten Etage durch einen Flur und zwei andere Räume irgendwo weiter hinten stattfindet, dann sollte man doch zumindest irgendwo mal einen Hinweis erwarten können.

Gerade bei Fachrichtungen wie Design, wo doch eigentlich der Anspruch bestehen sollte, sich selbst so schick und einfach wie möglich zu präsentieren. Möglicherweise bin ich auch einfach zu dumm. Trotzdem hätte mich die freundliche Frau aus dem Sekretariat nicht zur Fachrichtung Film schicken brauchen, wenn ich nach Medien-Design frage.

Die Studienberatung

Der eigentliche Sinn meiner Reise. War interessant. Kann ich nur weiterempfehlen. Vielleicht noch eine Sache, die mir da so auffiel: vier Tischreihen mit riesengroßen Cinema Displays. Gerne auch mal zwei pro Mac. Das sind ja, muss man schon zugeben, ganz andere Ansichten als z.B. beim FEBB-Informatikunterricht.

Stadt angucken

Die zweieinhalb Stunden, die ich dann noch auf den Zug warten musste, hätte ich natürlich vorm Bahnhof sitzend verbringen können. Ich entschloss mich jedoch, ein wenig was von der Stadt anzugucken. Das hat auch ganz gut geklappt; ich habe vieles gesehen, darunter auch etliches, was ich eigentlich nicht wollte. Bis mir dann eine freundliche junge Dame aus der Touristeninformation, an der ich zufällig vorbeikam, eine kleine Karte der Innenstadt zusteckte.

Nachdem ich mir also sämtliche Mainzer Sehenswürdigkeiten angeschaut hatte, ging ich zurück zum Bahnhof. Dort besorgte ich mir einen Milchshake und ließ ihn mir gegenüber einer Apotheke auf einer unbequemen Drahtgitterbank schmecken. Nach etwa einer halben Stunde war mir klar, dass ich in meinem Leben niemals Apotheker werden möchte. Also schrieb ich lieber einen Brief.

Und zum Zug

Als es dann Zeit wurde, langsam zum Zug zu schlendern, fiel mir etwas ein, was ich auf dem Papier mit den Bahnverbindungen gelesen hatte: Man solle doch bitte immer noch mal nachschauen, ob der Zug auf ein anderes Gleis verlegt worden wäre. Aufregenderweise war er das auch. Das hat mich natürlich gefreut. Zahlte sich eine der wenigen deutschen Tugenden – die Obrigkeitshörigkeit – doch endlich mal aus.




Kommentare

  1. Nadine am Samstag, 1. April 2006

  2. Julian am Montag, 3. April 2006

Anderswo zu empfehlen

Ich empfehle einfach mal, sich Behindertenparkplatz anzuschauen, das Blog einer in London lebenden, deutschen Rollstuhlfahrerin. Weiterhin wäre da noch das Alzheimer-Blog, wo mal aus der Sicht einer Betroffenen geschrieben wird. (Da schlägt mein Zivildienst im Altersheim voll durch.) Und schließlich, um ein wenig beim Thema zu bleiben: The Life of Riley, wo eine 107-jährige Australierin über ihr Leben erzählt.

Reisetagebücher

Reisetagebuch Kopenhagen 2005, Reisetagebuch London 2004

Das zufällige Zitat

»Ein Pessimist ist ein Mensch, der sich über schlechte Erfahrungen freut, weil sie ihm recht geben!«

Heinz Rühmann

Die Information, die so wichtig ist, dass sie ganz unten steht

Diese Seite ist eine komplett private Veranstaltung. Es wimmelt hier also nur so von Dingen wie Schleichwerbung, Vitamin B und unsinnigen, parallelgesellschaftlichen Witzen. Dazu gibt es je ein tolles, zufallsgeneriertes Zitat.

© 1999 bis in alle Ewigkeit die nächsten 50 Jahre: Julian Stahnke

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