23 Jahre/FH Potsdam/Interfacedesign
Diese Überschrift wird bei einigen den blanken Horror hervorrufen, waren binäre Bäume für den Großteil des kleinen Trios, der es bis zum Ende des Informatikkurses bei Herrn Schleucher durchgestanden hat, doch der Feind schlechthin.
Ich besitze eine geräumige externe Festplatte im formschönen externen FireWire-Gehäuse. Sie ist in zwei Volumes unterteilt, die beide als orange Symbole auf meinem Schreibtisch erscheinen und klangvolle Namen darunter stehen haben. Diese lauten »Backup« und »Externe Festplatte«. Man sieht, sie sind recht zweckdienlich. Ich halte eher wenig davon, meine Festplatten »Susi«, »Eselkrippe« oder »Arnie58« zu nennen.
Auf jeden Fall ist auf »Backup« – ich verkneife mir an dieser Stelle mal das »Wer hätte es gedacht!« – ein Backup zu finden. Und auf »Externe Festplatte« dann solche Sachen wie Fernsehaufnahmen, Videos, eBooks, Javaprogramme, Schrott, Müll und andere Sachen, von denen man kein Backup braucht. Und genau heute habe ich mir den Ordner mit dem Kaffeetassen-Icon mal genauer angeschaut.
Meine Güte, was sich darin alles fand … hier mal eine Übersicht:
/Externe Festplatte/Java/workspace$ ls ActionListener Kippfenster Server BinBaum Liste Sortieren Boerse Mailclient SortierenInterfaceNeu BoerseJulian Person Spiel CES Pervert1 Supermarkt Dorf Schlange Swing Spiel DorfArray Schleucher GOL Threaded Schuelerperson
(Leider sind hier nur wenige der Programme, die wir geschrieben haben. Bzw. wenige vollständig. Wir haben’s ja immer in der Schule gemacht.)
Man sieht; eine 1a-Reise in die Vergangenheit. Huber und Stefanie mit »ph« werden sich jetzt mit schönen Erinnerungen zurücklehnen und an solche Sachen wie unser Game of Life mit Threads denken. Oder an unsere kapital grandiose Börsensimulation mit – der Knüller – Manfred Bleskin und Kim Schmitz!
Das beste, was ich jemals mit Java gemacht habe, waren die Sachen, die in der Freizeit entstanden. So zum Beispiel mein »Dorf of the Damned«. Dabei handelt es sich um eine, ein wenig vereinfachte, Mischung der beiden Spieleklassiker »Sim City« (Ich habe es geliebt, damals. Aber nur das Original! Hach, als ich noch Spiele gespielt habe …) und »Populus«, bei dem man ein Gott war.
»Dorf of the Damned«. Was für ein schlechter Name. Eine schlechte Alliteration, entstanden aus dem Titel des Filmes »Dorf der Verdammten« oder auch »Village of the Damned«, den Jonas und ich an dem Abend gerade geschaut hatten. Glaube ich.
In dem Spiel konnte man sich eine beliebige Anzahl von Dörfern einrichten. Und das sogar mit einer grafischen Oberfläche! Diese Dörfer hatten jeweils einen Doktor, einen Leichenbestatter und einen Pfarrer, denen man Namen geben konnte. Das ganze wurde dann recht kompliziert in mehrdimensionalen Arrays gespeichert.
Schließlich hatte man ein einfaches Textfeld, in das man eine Zahl eingeben konnte, und zwei Buttons mit Aktionen »töten« und »gebähren«. Den Sinn dahinter (hinter den Buttons – das Spiel selbst hatte keinen) muss ich wohl nicht erklären.
Wann immer man nun Leute erschuf oder um die Ecke brachte, ließen die verschiedenen Protagonisten, die als ActionListener implementiert waren, ihre Sprüche ab. Die dann doch irgendwie lustig waren – zumindest einen Abend lang.
Ein weiterer Höhepunkt meiner Javakarriere war die Entwicklung eines computergestützten, halbautomatischen Kassensystemes.
Herr Schleucher hatte uns gerade das Konzept der »Listen« oder »Schlangen« beigebracht. Ich hatte eine Freistunde. Huber und ich wussten, wie man – ganz bondlike – die Tür zum Informatikraum mit einer Kredit leeren Telefonkarte aufknacken konnte. Also bin ich reingeschlüpft und habe angefangen zu programmieren.
Am Ende hatte man dann eine Schlange mit einer grafischen Oberfläche. Man konnte neue Leute hinzufügen, die sich dann hinten anstellten. Oder aber Leute bedienen. Und das war auch schon alles. Trotzdem konnte man damals, zumindest im Geheimen, ein klein wenig stolz auf sowas sein.
Nun aber zum eigentlich Sinn und Zweck dieses Eintrages, der meine Eltern und den Herrn Plöger sicherlich schocken wird, da alle wahrscheinlich nur Bahnhof verstehen und entsetzt über das erstere der beiden besprochenen Spiele sein werden, das ganz ganz bestimmt auf dem Index landet, wenn die FSK erst mal auf meine Seite kommt.
Ich habe nämlich versucht, das binäre-Bäume-Programm zum Laufen zu kriegen, was mir leider nicht gelang. Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass ich die Dateien selber nicht gespeichert hatte, sondern aus alten Informatikkurs-E-Mails zusammen sammeln musste, die vom November und Dezember 2004 stammten.
Wie man sieht, ich krieg’s nicht kompiliert:
/Externe Festplatte/Java/workspace/BinBaum$ javac *.java
Baum.java:43: <identifier> expected
private Baum printBaum(TeilWurzel){
^
Baum.java:48: ')' expected
^
StringSortierbar.java:5: invalid method declaration; return type required
StringSortiebar (String Inhalt) {
^
3 errors
Die ersten beiden Fehler habe ich mittlerweile, das war ja einfach, selbst wenn man ein Jahr lang aus der Übung ist. Aber der letzte … eigentlich ist StringSortierbar keine Methode, sondern … argh, wie heißt das? Irgendwas mit initialisieren oder so.
Okay, war ein Rechtschreibfehler. Nun habe ich eine Situation, die ich nur zu gut aus dem Unterricht von damals kenne: »Ich hab noch 10 Fehler!« – »Ich nur noch 5!« – »Bin runter auf 2!« – »Hrmpf!« – »Ja, jetzt müsste … nein, verdammt, 23 neue Fehler!«
Habe also mittlerweile wieder 11 Fehler. Und keine Dokumentation (weder die offizielle noch das »Buch« ;)), kein Internet und keine Ahnung.
Okay. Bin inzwischen auf 4 Fehler runter. Die sind aber recht harte Nüsse. Vielleicht schaffe ich es noch. Vielleicht auch nicht. Wie dem auch sei, jetzt besorge ich mir erstmal was zu essen:
/Externe Festplatte/Java/workspace/BinBaum$ javac *.java
Baum.java:31: cannot find symbol
symbol : method istGroesser(Sortierbar)
location: class BinBaum.Baum
if (TeilWurzel.linkerAst.istGroesser(Inhalt)) {
^
Baum.java:32: insert(Sortierbar) in BinBaum//
cannot be applied to (Sortierbar,BinBaum.Baum)
insert(Inhalt,TeilWurzel.linkerAst);
^
Baum.java:34: insert(Sortierbar) in BinBaum//
cannot be applied to (Sortierbar,BinBaum.Baum)
insert(Inhalt,TeilWurzel.rechterAst);
^
Baum.java:45: cannot find symbol
symbol : method ausgeben()
location: interface Sortierbar
TeilWurzel.Inhalt.ausgeben();
^
4 errors
Mittlerweile bin ich sogar auf einen einzelnen Fehler runter. Aber ich habe so die Vermutung, dass mein Programm hier irgendwie nicht so ganz komplett ist … es liegt wohl also nicht nur an dem einen Fehler. Ich denke, ich habe eine sehr, sehr frühe Version des BinBaum-Programmes aus meinem Mails zusammengefischt.
Oh. Ich habe noch mal alle Mails durchgeschaut und doch noch eine neuere Variante als die Version »Es grünt so grün die Bäumchen blü’n im Informatikunterricht – Der Himmel so hell das Licht so grell das mag ich einfach nicht!« gefunden, die ich mal an Huber und mich geschickt habe. Nämlich die Version »Fwd: Inf« von »S Lange«. Diese ist anderthalb Monate neuer (Januar 2005) und enthält ungefähr drei Mal so viel Code und sogar eine Testklasse. Douh! Da konnte die andere Version natürlich nicht laufen. Hier der Beweis:
/Externe Festplatte/Java/workspace/BinBaumFwdInf$ java Test
vor delete
10
11
14
21
27
34
35
53
79
91
delete
nach delete
10
11
21
27
34
35
53
79
91
Na, welche Zahl wurde wohl gelöscht?;)
Ich werde jetzt mal schauen, was sich sonst noch so in dem Informatikkurs-E-Mails findet. Die älteste, die ich noch habe, ist vom 25. August 2004, 9.48 Uhr (kurz vor der Pause abgeschickt … hach ja …), die neueste vom 18. Februar 2005, 14.23 Uhr (Freitags siebte Stunde … hatten wir da Inf? Oder war’s die achte? Man weiß es nicht mehr so genau.). Eigentlich noch gar nicht so lange her, ungefähr anderthalb Jahre. Trotzdem kommt es mir mittlerweile wie eine Ewigkeit vor. Auch der Zivildienst scheint schon fast aus meinem Gedächtnis zu verschwinden. Geht alles recht schnell.
Aber trotzdem: Weiß jemand, wie man an die supersicheren Server meiner ehemaligen Schule hinein- und alle möglichen wirren Programme aus meinem ehemaligen Home-Verzeichnis hinaus bekommt? Liest gar Herr Schleucher mit und möchte mir eine Freude machen und mir das ganze Verzeichnis, zumindest die Java-Sachen, irgendwie zukommen lassen?
Ich würde sogar eine Postkarte locker machen.
Ich empfehle einfach mal, sich Behindertenparkplatz anzuschauen, das Blog einer in London lebenden, deutschen Rollstuhlfahrerin. Weiterhin wäre da noch das Alzheimer-Blog, wo mal aus der Sicht einer Betroffenen geschrieben wird. (Da schlägt mein Zivildienst im Altersheim voll durch.) Und schließlich, um ein wenig beim Thema zu bleiben: The Life of Riley, wo eine 107-jährige Australierin über ihr Leben erzählt.
Reisetagebuch Kopenhagen 2005, Reisetagebuch London 2004
»Ich denke, wir stimmen alle darin überein, dass die Vergangenheit vorüber ist.«
George W. Bush
Diese Seite ist eine komplett private Veranstaltung. Es wimmelt hier also nur so von Dingen wie Schleichwerbung, Vitamin B und unsinnigen, parallelgesellschaftlichen Witzen. Dazu gibt es je ein tolles, zufallsgeneriertes Zitat.
© 1999 bis in alle Ewigkeit die nächsten 50 Jahre: Julian Stahnke
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