23 Jahre/FH Potsdam/Interfacedesign
Ich hab’s mal wieder geschafft. Nachdem ich von der Schule direkt in den Zivildienst hineingeschlingelt bin (»nahtlos«, sozusagen), habe ich genau dieses Kunststück auch bezüglich des Übergangs von Zivildienst zu »erster, kleiner Job« geschafft. Für alle, die es nicht wissen; ich arbeite gewissermaßen als Chaffeur.
Nun werden sich viele Fragen »Was?! Julian als Chaffeur? Der kann doch noch nicht mal rückwärts garagieren und findet Autos doof!«. Recht habt ihr, aber das ist an dieser Stelle vollkommen nebensächlich. Ich bin nämlich gar kein gewöhnlicher Chauffeur. Ich bin ein Seniorenchauffeur.
Was jetzt nicht heißen soll – aber durchaus könnte –, dass ich so fahre, wie Senioren fahren. Nein, vielmehr fahre ich Senioren. Ich fahre also sie; nicht wie sie. Wobei, zugegeben, eigentlich ist es nur ein Senior(e(?)), der es nicht mehr schafft in den Bus einzusteigen. Da hat der Schwiegersohn dann kurzerhand den alten Audi 80 ausgegraben und mich engagiert. So einfach ist das heutzutage, einen Job zu kriegen. Ich kann den Leuten gar nicht folgen, wenn sie alle immer so rumjammern wegen der Konjunktur. Für gute Chauffeure ist immer Konjunktur.
Fazit nach der ersten Woche: Der Job ist auf jeden Fall ganz gut – ich muss nicht viel arbeiten, komm’ früh aus dem Bett und ein wenig an die frische Luft – was will man mehr? Okay, ein luftigeres Autoinneres vielleicht, das ist nämlich arg niedrig. Ich habe mir daran bestimmt schon 6–7 cm² Kopfhaut abpoliert. Aber arbeiten heißt ja Opfer bringen.
Ich empfehle einfach mal, sich Behindertenparkplatz anzuschauen, das Blog einer in London lebenden, deutschen Rollstuhlfahrerin. Weiterhin wäre da noch das Alzheimer-Blog, wo mal aus der Sicht einer Betroffenen geschrieben wird. (Da schlägt mein Zivildienst im Altersheim voll durch.) Und schließlich, um ein wenig beim Thema zu bleiben: The Life of Riley, wo eine 107-jährige Australierin über ihr Leben erzählt.
Reisetagebuch Kopenhagen 2005, Reisetagebuch London 2004
»Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehen. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen.«
Kurt Tucholsky, »Schnipsel«, in »Die Weltbühne«
Diese Seite ist eine komplett private Veranstaltung. Es wimmelt hier also nur so von Dingen wie Schleichwerbung, Vitamin B und unsinnigen, parallelgesellschaftlichen Witzen. Dazu gibt es je ein tolles, zufallsgeneriertes Zitat.
© 1999 bis in alle Ewigkeit die nächsten 50 Jahre: Julian Stahnke
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