23 Jahre/FH Potsdam/Interfacedesign
Dies hier ist die Fortsetzung von Chronologie einer Wohnungssuche I.
Unsere drei Wohnungssuchenden Christian Muehlhaeuser, Johan Oskarsson und Julian Stahnke setzen ihren Plan in die Tat um und unterbreiten den Vermieter der ersten Wohnung, die sie so gut fanden, ein Angebot. Es liegt ziemlich unter dem, was der Vermieter sich vorstellt und beinhaltet einige recht unverschämte Forderungen. Aber versuchen, so denken sich die drei, kann man’s ja mal.
Man erhält erste Nachrichten: Es gibt noch andere Interessenten an dieser tollen Wohnung. Zur Erklärung: Es scheint in ganz Ost-London zur Zeit nur eine Handvoll freie Dreizimmerwohnungen zu geben. Zumindest in der Preisklasse, in der sich unsere bald obdachlose Gruppe bewegt. Das ganze kommt also wenig überraschend.
In einer dramatischen Notkonferenz voller Emotionen und Hektik (kurzzeitig wird sogar das Gähnen unterbrochen) beschließen die drei Wohnungssuchenden, ihr Angebot aus dem Sumpf des Unverschämten in die Marschen der Vernunft zu ziehen. Man hält jedoch weiterhin nach allen Seiten die Augen offen, um vielleicht noch die ein oder andere Wohnung zu entdecken.
Ernsthaft in Erwägung gezogen wird an dieser Stelle ein recht teure, aber doch sehr schöne Wohnung an einer Schleuse des Regent’s Canal. Sehr schön und ruhig gelegen, am Wasser, mit Kamin und Garten. Bloß ein wenig teuer, halt. Und ein bisschen ab vom Schuss.
Die drei Wohnungssuchenden lassen sich von Steven Horgan weitere Wohnungen zeigen, die zwar günstig, dafür aber auch hässlich und so weit draußen (fast schon in Stratford) sind, dass sie nicht wirklich gefallen. Am Ende beschließt man, das Angebot für die Traumwohnung noch ein wenig zu erhöhen, so dass es sich langsam realistischen Summen nähert.
Man hört noch nichts von Vermieter. Die drei Wohnungssuchenden warten gespannt.
Wochenende. Immer noch nichts.
Steven Horgan meldet, dass der Vermieter gerne mal alle möglichen Referenzen (Brief von der Firma, Brief vom Vorvermieter) sehen würde. Es bewegt sich was!
Langsam wird die Zeit knapp, in sieben Tagen braucht man ein neues Dach über dem Kopf. Die drei Wohnungssuchenden erhöhen ihr Angebot noch einmal um £5. Es liegt immer noch unter dem, was der Vermieter eigentlich haben wollte.
Vermieter sagt zu. Man geht zu Foxtons, unterschreibt die Verträge, plündert sein Konto und freut sich nen Ast.
Ich empfehle einfach mal, sich Behindertenparkplatz anzuschauen, das Blog einer in London lebenden, deutschen Rollstuhlfahrerin. Weiterhin wäre da noch das Alzheimer-Blog, wo mal aus der Sicht einer Betroffenen geschrieben wird. (Da schlägt mein Zivildienst im Altersheim voll durch.) Und schließlich, um ein wenig beim Thema zu bleiben: The Life of Riley, wo eine 107-jährige Australierin über ihr Leben erzählt.
Reisetagebuch Kopenhagen 2005, Reisetagebuch London 2004
»Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.«
Mark Twain
Diese Seite ist eine komplett private Veranstaltung. Es wimmelt hier also nur so von Dingen wie Schleichwerbung, Vitamin B und unsinnigen, parallelgesellschaftlichen Witzen. Dazu gibt es je ein tolles, zufallsgeneriertes Zitat.
© 1999 bis in alle Ewigkeit die nächsten 50 Jahre: Julian Stahnke
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