23 Jahre/FH Potsdam/Interfacedesign
Ich sitze hier gerade in der Küche der Wohnung, die ich bald bewohnen werde. Zumindest teilweise – das bedeutet; eines der Zimmer, halt. Bloß hat das Zimmer kein Bett. Und genau das ist auch der Grund, warum ich hier in der Küchen sitze und diesen Eintrag schreibe, anstatt im Büro zu arbeiten. Ich warte nämlich auf mein Bett.
Das habe ich vor zwei Tagen bei Ikea bestellt, was ein sehr sehr großes Abenteuer war. Sogar für einen erfahrenen Großstadtmenschen, wie ich es ja mittlerweile einer bin ;)
Leider hat es in dieser Wohnung für die nächsten Tage kein Internet, so dass momentan nicht arbeiten kann, während des Wartens. Aber zum Glück habe ich mir ja mal, prollig wie ich bin, einen eigenen Webserver auf meinem schnuckeligen kleinen iBook zusammenkompiliert und kann so trotz aller Widrigkeiten Sachen für meine Seite schreiben.
Ich denke, damit das hier nicht ganz so langweilig wird, werde ich wohl mal ein paar Fotos machen. Von der Küche, und dem Zimmer … und später vielleicht auch noch von draußen das Haus. Doch Obacht, sie könnten verwackeln. Im Moment bin ich nämlich sehr zittrig, da es a) kalt ist und b) ständig (so kommt es mir vor) Lastwagen vorbeifahren oder anhalten. Aber vielleicht sind das auch nur Autos. Wenn man ganz doll auf was wartet, dann ist man ja nicht immer ganz zurechnungsfähig, gell? So. Die Ergebnisse der Fotographiererei kann man nun bei flickr bewundern.
Naja. Zurück zu Ikea. Oder »Eikiaah«, wie es die Einheimischen nennen. Das befindet sich in Edmonton, ein wenig wenig außerhalb von London. Hannah warnte mich noch, dass es sehr kompliziert sei, dort irgendwie hinzukommen. Ich begab mich also wieder einmal schlotternd zur mittlerweile oft erwähnten und doch nie genug gelobten Liverpool Street Station, um mit dem Zug nach Edmonton zu fahren. Bzw. nach Tottenham Hale und dann von dort mit einem Gratis-Ikea-Shuttle-Bus zum Möbelparadies. Und? Wie lange hat’s gedauert? Gerade mal 20 Minuten. 13 mit dem Zug und dann noch mal 5 mit dem Bus. Wirklich kompliziert.
Bei Ikea gab’s dann 20% Rabatt auf alle Bettgestelle, was mir ja sehr entgegen kam. So konnte ich mir für nicht umgerechnete £85 ein komplettes Bett besorgen. Dieses wurde von mir ordnungsgemäß bezhalt und zum Schalter mit der verheißungsvollen Aufschrift »home deliveries« gebracht.
Nachdem auch dieses Tat vollbracht war, konnte ich endlich wieder nach Hause fahren. Denn mittlerweile war es schon 22.16 Uhr. Doch oh nein, der letzte Shuttle-Bus fuhr um 22.15 Uhr. Tja, Pech, so musste ich noch einmal bis 22.55 Uhr warten. Zum Glück gab es gegenüber eine Tesco-Tankstelle, so dass ich mir die Zeit mit einem Twix und einer Coke ein wenig versüßen konnte.
Dann kam irgendwann irgendein Bus, der nach Tottenham Hale fuhr, wo ich dann dank eines furiosen Sprints zusammen mit einer athletischen Afrikanerin den Zug und so schließlich auch Liverpool Street Station erreichte. Und von dort fand ich sogar den Weg zurück ins Bett. Wenn das mal nicht fantastisch ist.
Oh, es klopft! (Klingeln gibt’s hier ja nirgendwo.) Das ist wohl mein Bett … ja, recht hab ich. Also, macht’s gut, morgen dann ein ausführlicher Aufbau- und Testbericht vom Ikea-Bett, dessen genaue Bezeichnung »Lillehammer« lautet. So wie die olympischen Winterspiele, von denen immer alle Athleten schwärmen; »Ach, wie war das doch schön, das Publikum, damals, in Lillehammer!« Und die Matratze heißt »Sultan«, was ja schon mal sehr verheißungsvoll ist, gell?
Ich empfehle einfach mal, sich Behindertenparkplatz anzuschauen, das Blog einer in London lebenden, deutschen Rollstuhlfahrerin. Weiterhin wäre da noch das Alzheimer-Blog, wo mal aus der Sicht einer Betroffenen geschrieben wird. (Da schlägt mein Zivildienst im Altersheim voll durch.) Und schließlich, um ein wenig beim Thema zu bleiben: The Life of Riley, wo eine 107-jährige Australierin über ihr Leben erzählt.
Reisetagebuch Kopenhagen 2005, Reisetagebuch London 2004
»Ob rechts oder links, wo ich auftauchte, war ich schlecht.«
Mario Basler
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© 1999 bis in alle Ewigkeit die nächsten 50 Jahre: Julian Stahnke
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