23 Jahre/FH Potsdam/Interfacedesign
Wie viele Turnvereine gibt auch der TV Arbergen von 1893 e.V. so etwas wie eine »Vereinszeitung« heraus. Zur Information: Ich wohne seit meiner Geburt in Arbergen, daher bin ich diesen Verein natürlich aufs Innigste verbunden.
Im Falle des TV Arbergen ist diese erwähnte Vereinszeitung der »Turnerbote«. Ein kleines Blatt von rund 40 Seiten Umfang, das bereits seit 1950 erscheint. Ich gestehe frei heraus; ja, ich lese den Turnerboten. Vielleicht nicht jeden einzelnen Artikel, aber es interessiert mich doch, was es beim Kinderturnen Neues zu vermelden gibt. Oder wie die »Fit & Fun Faschingsfeier« gelaufen ist. Und hey, das meine ich ernst.
Da die Artikel hauptsächlich von den älteren Semestern verfasst werden, findet sich als schönes Nebenprodukt in diesem unscheinbaren Heftchen auch das ein oder andere Stück Poesie. Das scheint für dieses Alter obligatorisch zu sein. So wie es die viel zitierte »Generation Golf« gibt, so kann man auch von der »Generation Gedichtegreis« sprechen. Doch das hohe Durchschnittsalter der Autorenschaft hat nicht nur positive Effekte; es kann auch zu Problemen kommen.
So konnte ich am letzten Freitag, während des Warmmachens beim Fußball (wo ja auch einige Herren mittleren Alters beteiligt sind), eine interessante Diskussion verfolgen. Daniel (Jugendlicher) ging zu einem Herren an die 50, den ich hier mal nur »Bonte« nennen möchte. Er sprach Bonte auf einen Artikel im aktuellen Turnerboten an, der offensichtlich von ihm verfasst worden war.
Es ging wohl um einen Artikel über die Tennisabteilung. Doch hier war nicht von einem gewöhnlichen Turnerboten-Artikel die Rede. Es gab weder rosarote Brillen noch Gratis-Kukident zu verteilen. Denn dieser Artikel war weder Reim noch Butterfahrt-Bericht, sondern eine Satire.
»Ui! Was ist das denn?!«, werden sich große Teile der Leserschaft beim Schmökern des Artikels gefragt haben. Vielleicht haben sie zur Sicherheit ihren Zwicker geputzt und den Text ein zweites Mal genau studiert. Es ist ja mit vielen Vereinszeitungen so, dass sie eher konservativ gefärbt sind. Solche Satiren bieten also durchaus einen gewissen Zündstoff. So auch dieser. Anscheinend haben sich da sehr, sehr viele Leute bei Bonte über den Artikel beschwert. Der Herausgeber der Zeitung (Es kümmert sich ja nur einer drum. Nicht gleich der ganze Verein.) fand jedoch gut, dass endlich mal frischer Wind durch seinen Blätterwald weht.
Aber urteilt selbst. Nachdem ich diese Ausgabe des Turnerboten ursprünglich verpasst habe, konnte ich doch noch ein Exemplar ergattern, das ich schamlos aus dem Altenheim gestohlen habe. Nun habe ich den Artikel ganz frech vom Fleck weg eingescannt und biete hier, nur für meine geliebten Leser, Presse-Piraterie deluxe an. Wenn das mal kein Risikojournalismus ist ;)
Ich empfehle einfach mal, sich Behindertenparkplatz anzuschauen, das Blog einer in London lebenden, deutschen Rollstuhlfahrerin. Weiterhin wäre da noch das Alzheimer-Blog, wo mal aus der Sicht einer Betroffenen geschrieben wird. (Da schlägt mein Zivildienst im Altersheim voll durch.) Und schließlich, um ein wenig beim Thema zu bleiben: The Life of Riley, wo eine 107-jährige Australierin über ihr Leben erzählt.
Reisetagebuch Kopenhagen 2005, Reisetagebuch London 2004
»Er fragte mich, ob ich denn Sex für schmutzig hielte und ich sagte: Sex ist schmutzig, wenn man es richtig macht.«
Woody Allen
Diese Seite ist eine komplett private Veranstaltung. Es wimmelt hier also nur so von Dingen wie Schleichwerbung, Vitamin B und unsinnigen, parallelgesellschaftlichen Witzen. Dazu gibt es je ein tolles, zufallsgeneriertes Zitat.
© 1999 bis in alle Ewigkeit die nächsten 50 Jahre: Julian Stahnke
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