Julian Stahnke

23 Jahre/FH Potsdam/Interfacedesign


in der Nacht
am Sonntag, 17. September 2006

Von Drachen, Liebe und anderen Ungeheuern

Geschrieben in London
ohne Kommentare

Die entführte Prinzessin ist ein Titel, den man nicht so leichtfertig verschleudern darf, wie ich es beinahe getan hätte. Doch dann fiel mein Blick auf den KitKat-Schokoriegel, der zu dem Zeitpunkt noch neben mir lag. Von dort wanderte er dann weiter zum Schutzumschlag eben des Buches, das den genannten Titel trägt. Auf dem stand aber auch noch die Zeile, die es dann letztlich zum Titel dieses Eintrags brachte.

Das Buch heißt also Die entführte Prinzessin, geschrieben von Karen Duve, die uns ja so wunderbare Bücher wie den Regenroman oder Dies ist kein Liebeslied beschert hat. Diese Bücher habe ich zwar bisher nicht gelesen, werde dies aber schleunigst nachholen, schließlich können sie nur gut sein.

Doch zurück zur entführten Prinzessin. Dabei handelt es sich um die Prinzessin Lisvana, die vom Prinzen Diego zu Baskarien aus dem Nordreich geraubt wird. Das kann Ritter Bredur, geheimer Verehrer eben jener Prinzessin, natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Wo doch alles auch indirekt seine Schuld ist – schließlich hat er dem Prinzen ein Bein gestellt und ihn damit erst wütend gemacht.

So macht er sich also aus dem Nordreich, dessen Winter so lang sind, dass das Bier nur bis zur Hälfte reicht, auf ins sonnige Baskarien. Doch vorher muss er noch durchs Nebelreich – dessen Nebel aus Drachenatem und Mundgeruch besteht – vorbei an verängstigten jungen Drachen und schönen, Opium süchtigen Sultanstöchtern.

Der König vom Nordreich möchte den Verlust seiner Tochter natürlich auch nicht so einfach hinnehmen. Darum verheiratet er seinen Sohn mit der hässlichen Prinzessin vom Nebelreich, um einigermaßen gegen Baskarien bestehen zu können. Dadurch geht den Nordreichern allerdings einiges an Spaß verloren – denn traditionell zieht man, wenn es im langen Winter am langweiligsten wird, gegeneinander in den Krieg, kämpft ein wenig, verschiebt die Grenze um 300 Meter in die eine oder andere Richtung, sammelt seine drei bis vier Toten ein und reitet, nach einem Abschiedstrunk, wieder nach Hause.

Mehr über den Inhalt möchte ich an dieser Stelle jetzt nicht schreiben. So ein gutes Buch sollte man lieber selbst lesen. Vor allem ist es sprachlich sensationell geschrieben und hat mich an einigen Stellen verhängnisvoll an Berts Tagebücher erinnert – wobei Berts Tagebücher natürlich literarisch kein bisschen mithalten können.

Die entführte Prinzessin ist auch der Grund, warum ich bis jetzt nichts zu den Fotos vom Spiel Werder – Chelsea geschrieben habe. Mir blieb einfach keine Zeit, musste unbedingt das Buch lesen.

Dann noch eine Bemerkung am Rande; über Ungeheuer unserer Zeit: Ich verstehe den Sinn solcher Dinge wie Twix maxi oder 4er-Doppel-Ultra-KitKat nicht. Das kann doch kein Mensch aufessen. Da reicht doch ein halber und du bist voll. Wie dem auch sei; gute Nacht und viel Spaß dabei.




Anderswo zu empfehlen

Ich empfehle einfach mal, sich Behindertenparkplatz anzuschauen, das Blog einer in London lebenden, deutschen Rollstuhlfahrerin. Weiterhin wäre da noch das Alzheimer-Blog, wo mal aus der Sicht einer Betroffenen geschrieben wird. (Da schlägt mein Zivildienst im Altersheim voll durch.) Und schließlich, um ein wenig beim Thema zu bleiben: The Life of Riley, wo eine 107-jährige Australierin über ihr Leben erzählt.

Reisetagebücher

Reisetagebuch Kopenhagen 2005, Reisetagebuch London 2004

Das zufällige Zitat

»Lache nicht über die Dummheit der anderen! Sie ist deine Chance.«

Henry Ford

Die Information, die so wichtig ist, dass sie ganz unten steht

Diese Seite ist eine komplett private Veranstaltung. Es wimmelt hier also nur so von Dingen wie Schleichwerbung, Vitamin B und unsinnigen, parallelgesellschaftlichen Witzen. Dazu gibt es je ein tolles, zufallsgeneriertes Zitat.

© 1999 bis in alle Ewigkeit die nächsten 50 Jahre: Julian Stahnke

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