Hier schreiben Jonas und ich über unsere Erlebnisse in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen. Wir sind dort sechs Tage, vom 14.10. bis zum 19.10.2005.
Dienstag, 18. Oktober 2005
Auf der Suche nach Briefmarken
Nachdem Jonas geschickter Weise, trotz mehrmaliger Nachfrage des Verkäufers, vier Briefmarken für Europa gekauft hatte, obwohl er zwei dieser vier für den Versand nach Australien vorgesehen hatte, sah er sich wenige Tage später genötigt noch, einmal auf Briefmarkensuche zu gehen,
Jonas’ Suche begann damit, dass er sich, jedes Mal nachdem wir schon eine Weile an einem Kiosk vorbei waren, daran erinnerte noch Briefmarken kaufen zu müssen. Dies ärgerte ihn dann allerdings irgendwann so sehr, dass er beim Passieren eine Souvenirladens noch gerade daran dachte einmal nachzufragen. Die Verkäuferin kam gerade in seine Richtung und sah schon etwas genervt aus; Jonas ahnte nichts Gutes. Er selbst war auch nicht bester Stimmung weil er sich gerade erst von einem Gardesoldaten beim Amalienborg Slot hatte anmachen lassen müssen. Die Frage nach Briefmarken stand schon mal unter keinem guten Stern. Die Anwort dann auch nicht. »Wir verkaufen die Briefmarken nur zusammen mit einer Postkarte«, in einem recht unfreundlichen Ton.
Jonas dachte sich na gut, mir geht’s Sch…. und die Verkäuferin hat auch einen schlechten Tag erwischt, also belassen wir es einfach dabei und behelligen sie nicht weiter. Deshalb suchte Jonas dann auch gleich, einen neuen Versuch wagend, den nahe liegenden Kiosk auf. Er stellte wieder die gleiche Frage nach Briefmarken und bekam auch eine inhaltlich gleiche Antwort. Da war es um Jonas Verständnis für unfreundliche Verkäufer geschehen. Er wünschte dem Kioskbesitzer in einer nicht gerade wenig zynischen Weise »trotzdem noch einen schönen Tag« und verließ den Laden.
Es dauerte eine Weile bis sich Jonas von diesen Rückschlägen erholte, aber zu dem Zeitpunkt als wir in der Innenstadt einen 7eleven (dänische Kioskkette) erreichten, konnte er sich noch einmal zu einem Versuch aufraffen. Diesmal schien alles besser zu laufen, er brauchte nicht darauf zu warten, dass die Verkäufer erst zu ihm kamen und auch sonst waren sie ganz freundlich. Als die Verkäuferin, dann sogar noch Jonas’ Nachfrage nach Briefmarken bestätigte war er der glücklichste Mensch der Welt. Das sollte sich aber schlagartig ändern, als die Verkäuferin den Zusatz »aber nur im Zehnerpack« verlauten ließ. Am Boden zerstört verließ Jonas den 7eleven.
Jonas schöpfte erst wieder nach eine kleinen Erholungspause in der Jugendherberge neue Kraft, einen letzten Versuch zu unternehmen; diesmal in einer Postfiliale selbst. Hier machte er sich erst einmal darüber lustig, dass man eine Nummer ziehen musste und philosophierte über den Nutzen und die Nachteile eben dieser kleinen Zettelchen in Postfilialen. Julian hatte Glück sich dieses Geschwätz nur halb anhören zu müssen, denn seine Konzentration galt einer »Regnemaskine«.
Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass Jonas am Ende doch noch an seine Briefmarken kam, aber das ist hier ja eher nebensächlich.