Hier schreiben Jonas und ich über unsere Erlebnisse in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen. Wir sind dort sechs Tage, vom 14.10. bis zum 19.10.2005.
Sonntag, 16. Oktober 2005
Bummeln in der Strøget
Kopenhagens Einkaufsstraße ist lang. Sehr lang sogar. Kein Vergleich zu Bremens Obernstraße. Die »Strøget«, wie diese Luxusallee offiziell heißt, verlangt einiges an Zeit, möchte man sie ganz ablaufen. Das kann dauern. Wenn man mit Jonas normal unterwegs ist, 10–15 Minuten. Falls man ihn zum Bummeln überreden kann, sogar bis zu 30 Minuten. In Kilometern ausgedrückt liegt das also schon im sehr hohen Einserbereich, vielleicht sind es sogar zwei.
An dieser Einkaufsstraße gab es sehr viele tolle Geschäfte und noch viel mehr interessante Menschen. Eines der Geschäfte war Playlife, das mit extrem komischen Logoschriftzug erst nach russicher Edelboutique aussah. Beim dritten Vorbeigehen fiel es mir dann jedoch wie Schuppen von den Augen; die hatten die Buchstaben einfach umgedreht. Fiel erst gar nicht auf. Sah original Russisch aus. Aber so ist es besser, so können sie nicht vom Kreml zerschlage werden und der Besitzer landet nicht in Haft.
Anfangs ist Jonas immer sehr rasant durch die konsumgeile Meute gekurvt, doch irgendwann konnte Julian ihn vom Bummeln überzeugen. Seitdem ist auch Jonas ein erklärter Anhänger des Bummelns. Bummeln hat viele Vorteile. So muss man sich nicht zwischen alten Omas oder Müttern mit extrabreiten Zwillingskinderwägen (davon gab’s in Kopenhagen extrem viele) durchschlengeln. Man ist einfach so langsam, dass man von jeden überholt wird. Dann müssen die um einen herumlaufen. Sehr viel konfortabler.
Des Weiteren hat man noch viel mehr Zeit, den kleinen Kindern in eben diesen nervenden Kinderwagen zuzugrinsen, was diese dann ja immer mit einem zahnlosen Lächeln quittieren. Der Nachteil am Bummeln ist hingegen, dass man öfters von Pennern angesprochen wird. Dann muss man so tun, als ob man kein Englisch spricht, aus Frankreich kommt und kein Geld hat.
In der Einkaufsstraße trafen wir auch auf Stuhr. Stuhr kennt jeder, genau wie Verden ein kleines Dorf in der Nähe von Bremen. Was Stuhr auf deutsch bedeutet, wissen wir allerdings bis heute nicht.