Julian Stahnke · Reisetagebuch Kopenhagen

Hier schreiben Jonas und ich über unsere Erlebnisse in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen. Wir sind dort sechs Tage, vom 14.10. bis zum 19.10.2005.

Sonntag, 16. Oktober 2005

Købnhavn Zoo

Heute sind wir in den Zoo gegangen. Dort gibt es, wie fast jeder weiß, sehr viele exotische Tiere zu sehen. In Kopenhagen tragen diese exotischen Tiere allerdings zusätzlich noch exotische Namen und machen einen Zoobesuch so zusätzlich interessant. Besonders Julian hatte einige persönliche Glücksmomente in Verbindung mit den dänischen Namen der Tiere.

Bären heißen in Dänemark nicht etwa ganz profan »Bär«, sondern – hier musste Julian an einen ehemaligen Klassenkameraden denken – »bjørn«. Dazu gab es noch solch niedliche Namen wie »Fuglefanger« (Vogelfänger). Ein kleines Mädchen hatte sogar extra eine Liste der Tiere gemacht, die sie unbedingt sehen wollte. Diese hielt sie krampfhaft in ihrem kleinen Händchen, wohl behütet wie einen Schatz. Davon existiert natürlich ein Foto, welches Julian in mühevoller google-Kleinstarbeit übersetzt hat.

Eines der tollsten Tiere war der Komoran. Einige Bio-GKler werden wissen, wovon hier die Rede ist. Dieses Tierchen sah mit seiner komischen Frisur ein wenig nach Punk aus und war auch ganz klar der dicke Macker in seinem See – jedenfalls hatten die kleineren Vögel alle gehörig Respekt vor ihm. Anbei zwei Fotos.

Julian, mittlerweile in einem Rausch an kindlicher Begeisterung (ich war halt schon lange nicht mehr im Zoo – Julian), konnte sich an den Tieren kaum satt sehen und ergab sich ob der dänischen Tiernamen in hysterischen Lachanfällen.

Jonas hingegen, ganz der Ökologe, verurteilte die »Haftbedingungen« der Tiere, die in viel zu kleinen Käfigen hausen würden. Julian gab ihm hierbei natürlich recht, freute sich aber trotzdem darüber, dass die Tiere da waren.

Einige Zwischenfälle gab es auch noch, so wurden wir zum Beispiel von einem Krokodil »angebrüllt«, und zwar in Zeitlupe. Die gesamte Brüllaktion dauerte runde zehn Minuten und bestand aus Kopf drehen – anfangen Maul zu öffnen – Maul weiter öffnen – Maul fast ganz öffnen – Maul offen – warten – warten – warten – anfangen, Maul zu schließen – weitermachen, Maul zu schließen – Maul fast ganz zu – Maul zu – Kopf wegdrehen – Tagespensum erfüllt.

Des Weiteren entfloh ein Vogel seinem Nest und wurde von den Besuchermassen fast totgetrampelt und Julian kam einem Schmetterling richtig, aber ich meine wirklich richtig, nahe.

Hübsch war auch der Bär – ich nenne ihn einfach einmal »Bjørn« – der so lieblich lächelnd schlummerte.